Politische Forderungen

Im August 2021 übergaben Careleaver*innen ihre politischen Forderungen bei einem Besuch der sächischen Staatsministerin Petra Köpping.

 Careleaver*Demo

„JugendHILFE? Ohne Isolation, Ohnmacht und rechtswidrige Praxis!“ Gegen Stigmatisierung, Gewalt, Geschlossene Unterbringung! Chancen statt Sanktionen! Teilhabe stärken!

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Ein Bild mit einer Info über Careleaver:innen

Was verbirgt sich denn hinter dem Begriff "Careleaver:in"?

"Careleaver:in" ist eine Selbstbezeichnung, die im Gegensatz zum gängigen Begriff "Heimkind" vorurteilsfrei ist.

Careleaver:innen sind junge Menschen, die in der stationären Jugendhilfe (Pflegefamilien, Wohngruppen) aufgewachsen sind und sich am Übergang ins eigenständige Leben befinden.
Auch Menschen, die diesen Schritt bereits vollzogen haben, werden als Careleaver:innen bezeichnet. 

Was unterscheidet Careleaver:innen von anderen jungen Menschen?

Sie sind persönlich und strukturell benachteiligt, ohne das dies gesellschaftlich anerkannt wird. Im Ergebnis sind die grundsätzlichen Herausforderungen, vor denen Careleaver:innen stehen, extrem hoch. Sie müssen viel früher und viel radikaler auf eigenen Beinen stehen – in einer Gesellschaft, die für ihre besondere Situation nicht sensibilisiert ist.

Welche besonderen Hürden gibt es?

Sie haben geringere Zugänge zu Bildungs- und Berufsabschlüssen und gehören aufgrund ihrer biographischen Erfahrungen zu einer potentiell vulnerablen Zielgruppe.

Jugendliche in Pflegefamilien oder Einrichtungen müssen aktuell bis zu 75 % eines Einkommens als sogenannte Kostenheranziehung an das Jugendamt abgeben. 

Wie hilft das Projekt?

Wir sind eine zentrale Anlaufstelle für Careleaver:innen, die ihnen bei ganz individuellen Fragen und Sorgen hilft, wie z.B. bei der Wohnungssuche oder wenn es in der Ausbildung nicht läuft. 

Wir sind aber auch eine Community, in der sich Careleaver:innen vernetzen können, z.B. in Peer-to-Peer Gruppen.  Junge Menschen mit ähnlicher Biografie können sich ohne große Worte oder Vor-Verurteilung austauschen, vernetzen und gegenseitig stärken. 

Careleaver:innen Graffiti

Die Mehrheit muss mit 18 Jahren ausziehen und ist ohne familiäre Unterstützung komplett auf sich alleine gestellt. 

Im Vergleich: In Deutschland beginnen junge Menschen im Durchschnitt erst mit 19,9 Jahren eine Ausbildung und verlassen mit 23,7 Jahren ihr Elternhaus. Knapp 80% der Studierenden erhalten finanzielle Unterstützung von ihren Eltern. 

eine Grafik von 2 Personen

Wir helfen mit unserem Mentoring-Programm dabei, dass sich das brüchige, soziale Netzwerk der jungen Menschen erweitert und das sie besonders, wenn es mal nicht so gut läuft, auch eine:n verlässliche:n Ansprechpartner:in haben.